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„Stell dir vor, du stellst dich vor…“

5. 11. 2012

„Stell dir vor, du stellst dich vor…“, dies war der Titel des Workshops an dem die 4. Sek. zwei Nachmittage lang teilnahm. Wie kam es dazu? Wir haben uns über 1 ½ Jahre intensiv mit dem Thema Berufswahl befasst. Die Situation der Stellensuche ist schwierig und die Konkurrenz gross. Die SchülerInnen meiner Klasse haben in vielen Stunden in der Schule aber auch zu Hause ihre Bewerbungsunterlagen gestaltet und vorbereitet - und wenn alles rund läuft, so kommt es zum Vorstellungsgespräch.
Dort sind die Jugendlichen auf sich selbst gestellt. Nun sind Selbstkompetenz, Umgangsformen, Kommunikation und Auftrittskompetenz gefragt. Und genau diese Fähigkeiten wurden mit Hilfe von Erich Slamanig (Theaterpädagoge) und Eva Welter (Schauspielerin) geübt und verbessert.
Die Jugendlichen konnten sich zu Beginn noch kein klares Bild über diese Veranstaltung machen. Vorfreude und Unsicherheit hielten sich die Waage.


Erwartungen einiger SchülerInnen an den Workshop

Julia: „Ich erwarte, dass ich nach diesem Workshop gut auf ein Vorstellungsgespräch vorbereitet bin. Ich denke, es wird mir Spass machen und mir viel helfen.“

Nico W.: „Ich möchte lernen, auf Details zu achten.“

Mara: „Ich möchte wissen, wie ich auftrete und wie ich auf andere wirke. Ich möchte wissen, ob ich wirklich eine unangenehme Stimme habe.“

Tolunay: „ Ich weiss ehrlich gesagt nicht genau, was uns heute Nachmittag erwarten wird.“

Yannis: „Ich freue mich und finde es noch eine gute Idee. Wir können sicher viel dabei lernen.“

Patrick Z.: „Ich erwarte eigentlich nicht sehr viel, da ich schon Bewerbungsgespräche hatte. Wenn ich mich dann aber noch selber sehe, denke ich gleich, dass ich es nicht kann.“

Patricia: „Ich erwarte, dass ich mehr dazu lerne, wie man sich benimmt und was man sagen soll. Ich denke, es wird spannend!“

Die zwei Fachleute, Eva und Erich, versuchten mit viel Humor, aber auch mit der nötigen Ernsthaftigkeit über Rollenspiele und Motivationsübungen, den Jugendlichen die Thematik näher zu bringen und vor allem haben sie sie dazu bewegt, sich einmal Gedanken über ihr Auftreten zu machen.
Der Höhepunkt waren sicherlich die simulierten Bewerbungsgespräche, die sie mit ihnen führten. Damit eine möglichst realistische Situation entstand, mussten gewisse Voraussetzungen erfüllt werden: Genaue Überlegungen zum Betrieb und zu sich selbst, Informationen sammeln und sich so kleiden, wie sie zu einem potentiellen Bewerbungsgespräch erscheinen würden.
Die Klasse wurde für die Übung in zwei Gruppen aufgeteilt und arbeitete entweder mit Eva oder Erich als BerufsbildnerIn. Während des rund 7-minütigen Bewerbungsgesprächs sassen die restlichen der Gruppe nicht einfach untätig rum, sondern sie hatten verschiedene Beobachtungsaufträge zu Körperhaltung, Sprache, Gestik und Mimik, Stimme, Blickkontakt und Kleidung und äusserten nach dem Gespräch ihre Meinung dazu. Die Rückmeldungen waren meist objektiv und brauchbar und der „Kandidat“ konnte etwas damit anfangen. Natürlich durfte auch die Kritik der BerufsbildnerIn nicht fehlen. Eva und Erich waren z.T. strenge, aber faire Beobachter und lobten nicht nur (wozu sie aber viel Anlass hatten), sondern versuchten wirklich auch die SchülerInnen auf ihre Schwächen aufmerksam zu machen. Vielleicht war dies für einige etwas befremdlich und unerwartet. Aber ich denke, nur so können gewisse Lehren gezogen und Verhalten verbessert werden.

Als Lehrperson fiel mir doch auf, wie unterschiedlich meine SchülerInnen auf diesen Workshop reagierten. Viele bereiteten sich super vor, kamen auch dementsprechend gut angezogen fürs „Bewerbungsgespräch“ und ich spürte richtig, dass sie sich Mühe gaben und vor allem, dass sie dieses Angebot nutzten und einen möglichst grossen Profit daraus zogen. Ein paar wenige hingegen nahmen das ganze recht locker und konnten sich nicht in die Bewerbungsgespräche hineinversetzten, weil sie unkonzentriert und nicht bei der Sache waren. Mein Fazit bleibt aber positiv und ich habe mich über alle gefreut, die mitgemacht und Spass daran hatten.


Fazit einiger SchülerInnen über den Workshop

Joachim: „Die positive Art von Eva und Erich motivierte mich, das Vorstellungsgespräch auch mehr zuhause zu trainieren.“

Noël: „Ich war beim Üben des Vorstellungsgesprächs als Erster an der Reihe. Ich war sehr nervös und es fühlte sich wie ein richtiges Bewerbungsgespräch an. Für mich war neu, dass ich bei Nervosität ins Stocken gerate.“

Andreina: „Ich fand es trotz Nervosität toll, ein Vorstellungsgespräch nach zu machen. Das Feedback meiner Kollegen hat mir sehr geholfen und jetzt weiss ich wie ich auf andere wirke.“

Michael: „ Es war super, weil sich die Fachleute sehr viel Mühe gegeben haben und es Spass gemacht hat. Der Grossteil der Klasse hat auch gut mitgemacht, aber von den übrigen TeilnehmerInnen fand ich es schade, dass sie nicht bei der Sache waren.“

Nico H.: „Ich fand es ein bisschen blöd, dass man das Gespräch vor der ganzen Klasse machen musste. Ich hätte es besser gefunden, wenn man nur zu zweit gewesen wäre.“

Patricia: „Eva und Erich haben uns das richtige Verhalten in einem Bewerbungsgespräch auf spielerische Weise gezeigt und ich denke, darum haben wir es auch viel besser aufgenommen.“

Luca: „Am zweiten Freitag mussten wir uns wie zu einem echten Bewerbungsgespräch anziehen. Es störte mich, dass dies nicht alle taten.“

Priska: „Ich denke, der Workshop wird mir in guter Erinnerung bleiben.“

Daniela: „Die Gespräche fand ich auch zum Zuschauen spannend, weil man die Fehler der anderen MitschülerInnen sehen konnte, aber auch was sie gut gemacht hatten. Ich selber durfte auch ein Gespräch führen, das ich auch sehr ernst genommen habe.“


Prisca Nowotny

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