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Projektwoche „Praktikum Chemie“

"Wer nicht neugierig ist, erfährt nichts"


Was schon Johann Wolfgang von Goethe vor über 200 Jahren zu seinem Lebensmotto machte, stand auch am Anfang unserer wissenschaftlichen Projektwoche “Praktikum Chemie“.

Neugier und erwartungsvolle Skepsis war in den Gesichtern der 20 Schülerinnen und Schüler zu lesen, als sie am Montagmorgen die beiden Fachräume betraten, in welchen sie eine ganze Woche in die faszinierende Welt der Chemie eintauchen durften. Nach einer kurzen Einführung zu den Sicherheitsregeln und zum Umgang mit zum Teil gefährlichen Chemikalien stand das praktische Arbeiten in Zweiergruppen im Vordergrund. Zuerst ergründeten wir, welche Faktoren die Intensität einer chemischen Reaktion beeinflussen (Temperatur, Konzentration, Zerteilungsgrad und der Einfluss von Katalisatoren). Meist führten die einzelnen Forscherteams erst das Experiment durch. Im darauf folgenden Gespräch versuchten wir, die beobachtete Reaktion zu beschreiben und gemeinsam eine Erklärung dafür zu finden. 

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Gerade im Fach Chemie ist eine enge Verknüpfung zwischen Theorie und Praxis (Experiment) sehr wichtig. Das Verständnis dafür, warum eine chemische Reaktion auf eine ganz bestimmte Weise abläuft, steigert die wissenschaftliche Neugier und erhöht die Faszination für das Fach Chemie. Mit zunehmendem Wissen um die chemischen Gesetzmässigkeiten wächst auch die Fähigkeit, den Ausgang weiterer Experimente vorauszuahnen.

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Am zweiten Tag stellten die Jugendlichen Seife und Gummibärchen her. Wie schon am Tag zuvor, stand das genaue Lesen der Anweisungen, das exakte Wägen der "Chemikalien" und viel Geduld am Anfang jedes erfolgreichen Experimentes. Individualität war beim Einfärben und dem Duft bzw. dem Geschmack von Seifen und Gummibärchen gefragt. Wie sooft bei "Rezepturen" galt auch hier: "weniger ist mehr . . . ."

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Am dritten Tag versuchten wir es mit der "Goldmacher-Kunst". Wo schon die Alchemisten im Mittelalter gescheitert waren, gelang auch uns kein Durchbruch. Allerdings führte "unsere“ Transmutation von Kupfer zu Silber und von Silber zu Gold immerhin zu einem ansprechenden Ergebnis.
Anschliessend beschäftigten wir uns mit Galvanik, dem Beschichten von Metallen. Nach Vorübungen im Verkupfern und Vernickeln durfte jeder Teilnehmer einen mitgebrachten Gegenstand mit echtem Gold überziehen. Manch einer der Schüler ist nun stolzer Besitzer eines goldenen Hausschlüssels, ganz nach dem Motto: "My home is my castle".
Nachmittags stellten wir einen “Slime“ her. Je nach der Konsistenz des Produktes erzielten die Schüler "zweisprachige" Ergebnisse: Slime (engl.) bzw. Schleim (deutsch).

 

Neben den oben beschriebenen Versuchen beschäftigten wir uns mit folgenden Forschungsgebieten: das Züchten von Kristallen und der Chemolumineszenz (selbstleuchtende Flüssigkeiten). Zur Abrundung des Praktikums Chemie durften die Schüler auch verschiedene spektakuläre Demo-Experimente miterleben.
Abschliessend möchten wir erwähnen, dass es auch für uns als Kursleiter sehr erfreulich war, mit solch motivierten und interessierten Schülern arbeiten zu können.

02.04.2018, Kim Bütler und Werner Hardegger